Archive for December, 2006

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Robert Scoble über Corporate Blogging

December 30th, 2006 by Remo Uherek

Gestern habe ich mir die Präsentation von Robert Scoble an der LIFT 2006 angeschaut:

Medium: video.google.com
Link: video.google.com

Learnings:
- Viele Blogger aus dem Silicon Valley haben während ihrer Arbeitslosigkeit nach dem Dotcom-Boom mit dem Bloggen begonnen und Blog-Tools gestartet (Six Apart, Blogger.com etc.)
- Blogs und Blogsuchmaschinen erlauben es Unternehmen, dem Markt zuzuhören, d.h. Probleme, Bedürfnisse und Wünsche aufzudecken.
- Blogs und Suchmaschinen (= Google) sind eng verzahnt. Scoble verstand es schon immer, Suchmaschinen-Nischen (d.h. Suchabfragen mit wenig bzw. schlechten Resultaten) mit spannenden Blogpostings auszufüllen (d.h. viel Traffic und Glaubwürdigkeit abzugreifen)
- Blogs setzen sich mit Produkten ehrlich auseinander. Sie sind ein Gefäss zum Meinungsaustausch.
- Blogs machen Mund-zu-Mund-Kommunikation noch effizienter. Hatte man früher nur die Möglichkeit, via Freunde oder Zeitung auf ein neues Produkt zu stossen, so geht die Verbreitung von Informationen heute viel schneller, z.B. via Blogs, E-Mail, Instant Messanging.
- Die Blogophäre im Aggregat ist ein sehr guter Journalist. Oft werden Dinge sehr schnell aufgedeckt/entdeckt, manchmal sogar noch vor der offiziellen Ankündigung von Unternehmen.
- Transparenz ist sehr wichtig. Transparenz schafft Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Wenn Unternehmen nichts für ihre Transparenz unternehmen, werden sie von Blogs transparent gemacht, ob sie wollen oder nicht ;-).
- Manche Kunden wissen besser über ein Produkt Bescheid als mancher Angestellter. Die Blogosphäre gibt diesen passionierten Kunden ein Gefäss, ihre Expertise einer breiteren Öffentlichkeit zuzuführen. Ausserdem gibt die Blogophäre den Unternehmen die Möglichkeit, genau solche passionierten Kunden zu finden und sie entweder nach ihrer Meinung zu fragen oder sogar als Berater/Angestellte/Evangelisten zu engagieren. Solche Evangelisten sind wertvolle Autoritäten.
- Scoble betreibt Channel 9 bei Microsoft. Er rennt mit einer Homevideo-Kamera bei Microsoft herum und macht authentische Videos, die ungeschnitten veröffentlicht werden (z.B. Video mit Steve Ballmer)
- Scoble (sprach u.a. so mit Bill Gates) über Blogging: Tu es nur, wenn Du es regelmässig tust. Tu es nur, wenn Du ein bisschen Zeit investieren willst. Tu es nur, wenn Du ehrlich und offen kommunizieren willst, ohne die PR-Abteilung einzubeziehen. 
- Blogs sind Konversationen. Sie machen Mund-zu-Mund-Kommunikation hypereffizient. Man muss aber bereit sein, an dieser Konversation aktiv teilzunehmen. Einseitige Konversationen funktionieren nicht.
- Willst Du ein Blog über Dein Produkt oder Unternehmen starten? Dann lies unbedingt das Corporate Blogging Manifesto von Scoble.
- "How do you control the conversation when you can’t control the conversation? Solution: Control the conversation by improving the conversation." (Zuhörer)
- "The audience is far more connected, far smarter and more knowledgeable than any team of people who try to manipulate the world." (Scoble)
- Blogs allow people to compare notes on a big scale. Its hyperefficient. The world is hyperconnected these days.
- "The blog is the best relationship-building device I’ve ever seen" (Scoble)
- "If you have a product and you put it out in the blogophere, you basically giving the blogophere a baseball bat (…) if they want hurt you, they can (…) if you put your product out in the blogophere, it’ll kill you (…) and if not, it’ll improve your business. But if it kills you, at least you don’t have to spend five years try to keep a dead product alive. So it’s a wonderful darwinian tool" (Zuhörer)

Nach diesem Video hab ich mir gleich das Buch von Scoble (Naked Conversations) bestellt ;-).

Ach ja: Die LIFT 2007 (inkl. Robert Scoble) findet am 7.-9. Februar 2007 statt.

Podcast mit Daniel Graf (kyte.tv)

December 30th, 2006 by Remo Uherek

Dominik hat am 25.12.2006 Daniel Graf interviewt.

Teil 1 des Podcasts downloaden (MP3, 17 MB, 37 Min)

Learnings:
- Die Musik spielt nicht in der Schweiz, sondern draussen in der grossen weiten Welt (d.h. think global)
- Ein paar Jahre in einem grossen Konzern (z.B. Philips) zu arbeiten schadet nicht
- Daniel Graf wollte kein VC-Geld. Grund: Die Verwässerung sei zu gross. Trotzdem hat er sich mit Howard Hartenbaum (founding investor von Skype) getroffen, hat aber von Anfang an gesagt, dass er kein Interesse an Venture Capital hat, sondern nur Feedback will. Howard hat in eine Woche später gebeten, nochmals vorbeizukommen. Dann ging alles ganz schnell und Draper Fisher Jurvetson und das ganze Skype Founder-Team hat ein paar Wochen später investiert :-). Auch sitzen im Verwaltungsrat dieselben Leute wie bei der Gründung von Skype.
- Die Series A Summe belief sich auf $2.25 Mio.
- Der Haupterfolgsgrund scheint die enorme Erfahrung und das Netzwerk des Gründerteams zu sein (seit 1999 beschäftigen sie sich intensiv mit dem Thema Konvergenz von Internet, Musik und TV).

(via inno-swiss.com)

Fernsehkanal für jedermann via kyte.tv

December 26th, 2006 by Remo Uherek

Dominik hat mich per E-Mail schon vor einigen Tagen vorgewarnt. Jetzt ist es offiziell: Der inno-swiss Blog berichtet als erster Blog weltexklusiv über kyte.tv, dem "next big investment" von Skype-Gründer Niklas Zennström.

kyte gives you the power of your own broadcast network.
You create channels that can be viewed live on the web or on your mobile phone with kyte Mobile.

Quelle: kyte.tv

Die Fakten sprechen für sich:
1. Hinter kyte steht der Lead-Investor Draper Fisher Jurvetson.
2. Dominik und Venturelab haben den Businessplan für kyte geschrieben, der eingeschlagen hat wie eine Bombe (siehe Punkt 1).

Ein Preview von kyte gibt es bei SwissStartups.com.

Der Ski Challenge Hype im deutschen Dreiland

December 23rd, 2006 by Remo Uherek

Bei Stefan hab ich das erste Mal von Ski Challenge gehört. Ski Challenge ist ein Ski-Game und -Wettbewerb des Schweizer Fernsehens, welches offenbar extrem beliebt ist und es bereits in den vergangenen Jahren gab. Das Game wurde von Greentube entwickelt.

In den letzten zwei Tagen habe ich insgesamt zwei Stunden gespielt, und danach hat mir jedes mal die Hand weh gemacht :-).

Das Tolle ist, dass alle Spiele aufgezeichnet werden und dass man immer ebenbürtige Konkurrenten als "Geister" hat. Es gibt offenbar über 100’000 aktive Spieler gibt, und der Computer findet immer einen Geist, der in etwa das selbe Nivau hat wie man selbst. Das ist eine clevere Idee, denn so wird man nicht so schnell durch die Top-Spieler demotiviert.

Trotzdem ist es deprimierend. Nach zwei Stunden Bormio habe ich so lange gekämpft, dass ich unter zwei Minuten komme. Soeben bin ich meine Bestzeit gefahren, 01:57,779 (mit Einstellung 18/4/78), aber trotzdem bin ich erst auf Rang 31’290. Bin ich schon so alt, dass mir solche Spiele nicht mehr liegen? Ist die Konkurrenz einfach zu stark (die Österreicher scheinen Weltklasse in diesem Spiel zu sein!)? Gibt es geheime Tricks, von denen ich nichts weiss? Fragen über Fragen. Fakt ist, bis auf Platz 1 (01:47,391) ist es noch ein laaaanger Weg :-).

Falls Euch über die Feiertage langweilig ist, könnt Ihr das Spiel hier gratis herunterladen. Und hier gibts ein Video, wir man Bormio am besten fährt (gut, dass ich das Video erst entdecke, nachdem ich zwei Stunden gefahren bin).

Experiment: Blogger versuchen Inhalt von morgigem Sonntagszeitung-Artikel zu erraten

December 23rd, 2006 by Remo Uherek

Hinweis: Dies ist ein subjektiver Beitrag von Remo Uherek und entspricht nicht zwingend der Meinung von trigami
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Vorgeschichte

Christian, Peter, Tom und ich führen gerade ein Experiment durch. Wir gehen davon aus, dass morgen (Sonntag, 24.12.2006) im Multimedia-Teil der Sonntagszeitung ein Bericht über bezahltes Bloggen erscheinen wird. Die Sonntagszeitung hat bereits in der Vergangenheit ausführlich über Blogs berichtet.

Der entsprechende Journalist hat in den vergangenen 8 Tagen mindestens Christian, Tom und mich bereits kontaktiert. Er ist über das erste trigami-Experiment gestolpert, und zwar via Medienspiegel (hab Dank, Martin).

Da sich Blogger ja bekanntlich extrem schnell vernetzen, führte dieser Artikel zu einer regen E-Mail-Diskussion zwischen den eingangs erwähnten vier Bloggern. Wir haben Zitate ausgetauscht und Kaffeesatz gelesen. Daraus entstand die Idee, ob wir nicht jeder einen Artikel über den erwarteten Inhalt des Sonntagszeitung-Artikels, angesetzt auf Samstag, 23.12.2006, 18:00, schreiben sollten. Sozusagen "public social bloggy guessing". Also haben wir das gemacht und ich leiste hiermit meinen Teil dazu. (Anmerkung: Da ich meinen Beitrag schon am Freitag geschrieben habe und Peter seinen Artikel bereits um 11:45 veröffentlicht hat, ziehe ich hiermit nach, noch bevor ich Peters Artikel gelesen habe).

Mein public social bloggy guessing

Ich erwarte einen sehr kritischen Artikel, denn die Fakten liegen ja auf der Hand:
1. trigami zerstört die Blogging-Ideologie und die Blogger-Glaubwürdigkeit, indem gnadenloser Kapitalismus praktiziert wird und die armen Blogger dadurch ihre Seele der bösen Marketing-Maschinerie verkaufen.

2. trigami bricht mit klassischer Werbung und vermischt Inhalte und Werbung massiv, denn "das darf man doch alles gar nicht".

3. Die hoch angepriesene Transparenz ("Ausserdem werden sie als bezahlte Beiträge gekennzeichnet", http://www.trigami.com) entpuppt sich als gnadenloser Marketing-Gag. Denn die Kennzeichnung bei BloggingTom und dem Leumund erfolgte lediglich kleingeschrieben und kaum erkennbar am Ende der bezahlten Artikel.

Soweit zu den Fakten, die ich im Artikel auf jeden Fall erwarte.

Und nun meine ganz persönliche Meinung

Zu Punkt (1):
Das Problem ist, dass es derzeit kein einfaches, breit anwendbares und funktionierendes Geschäftsmodell für Blogs gibt. Werbebanner eignen sich nur für Top-Blogs (und bringen den werbenden Unternehmen relativ wenig). Affiliate Marketing bedeutet viel Aufwand, aber relativ wenig Ertrag, da das gesamte Risiko beim Blogger liegt (dieser verdient nur bei Performance, also Clicks, Leads oder Sales). AdSense ist zwar eine super Idee, bringt aber am Ende des Monats auch relativ wenig ins Portemonnaie. Mit trigami haben Blogger nun die Möglichkeit, nützlichen Content zu schreiben und für diese Arbeit und ihre Reichweite Geld zu verdienen, und zwar alles gleichzeitig und in einem Arbeitsgang. Ich bin überzeugt, dass dieses Modell sowohl für Blogger (inkl. ihrer Leser) als auch den werbenden Unternehmen eine deutlich höhere Wertschöpfung bringt. Ob dies tatsächlich auf breiter Ebene funktioniert, kann und wird nur der Markt zeigen.

Wie verhindern wir, dass Blogger ihre Seele verkaufen und sich für Geld komplett prostituieren? Hier setzen wir natürlich auf die Selbstverantwortung der Blogger. Unser Bewertungsmechanismus schaut auf zahlreiche Kriterien, unter anderem Qualität und Reichweite. Sollten sich Blogger komplett prostituieren und nur noch trigami-Beiträge schreiben (z.B. auch über solche Produkte, die sie gar nicht interessieren), wird die Qualität und die Reichweite, also die Bewertung der Blogs abnehmen. Die Bewertung wird so lange abnehmen, bis der Blogger nicht mehr bereit ist, für Peanuts zu schreiben, oder im Extremfall wird der Wert gegen Null konvergieren und der Blogger fliegt aus dem Netzwerk. Natürlich werden wir auch hier mit Richtlinien und Empfehlungen arbeiten.

Zu Punkt (2):
Dass wir mit klassischer Werbung brechen und zahlreiche Marktteilnehmer in Skepsis, Angst und Unsicherheit versetzen, ist uns absolut klar und müssen wir in Kauf nehmen, wenn wir das Modell etablieren möchten. Wir sind überzeugt, dass Werbung nützlich und glaubwürdig sein kann und dafür werden wir uns einsetzen. Der Traum wäre, dass man inhaltlich (bitte diese Betonung beachten) gar nicht mehr zwischen Werbung und Inhalt unterscheiden kann, also dass Werbung so nützlich und interessant wird, als wäre es "normaler" Content mit hohem Mehrwert. Dass diese Inhalte streng genommen "Werbung" sind, ist uns absolut klar, darum ist ja auch eine Kennzeichnung dieser Beiträge Pflicht.

Zu Punkt (3):
Siehe unsere Erfahrungen und Konsequenzen aus dem ersten trigami-Testlauf.

Weitere interessante Diskussionen zu diesem Thema im deutschsprachigen Web

1. Abakus Internet Marketing: Blogbeiträge sponsoren im Sinne von ReviewMe
2. Connectedmarketing.de: Authentische Blogbeiträge kaufen
3. Werbeblogger.de: Word of Kauf
4. Leumund.ch: Pay per Post – Meine Meinung

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