Archive for the ‘Entrepreneurship’ Category

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Brainstore: Schweizer Ideenfabrik

August 16th, 2006 by Remo Uherek

Seit langer Zeit bin ich nun Fan von Brainstore. Als Schüler wars ein super gut bezahlter Nebenjob (>30 CHF/Stunde), und als Unternehmer habe ich schon sehr stark von meinen Brainstore-Erfahrungen profitiert.

Was ist Brainstore?
Brainstore ist eine Ideenfabrik. Mit einem fix definierten Prozess werden Ideen produziert, und zwar industriell, d.h. nicht zufällig, sondern ganz bewusst auf ein Enddatum und auf ein spezielles Ziel hin. D.h. der Zufall spielt im Prozess keine Rolle, denn die grobe Idee ist es, mit schierer (gelenkter) Quantität eine tolle Qualität zu erzwingen.

Der grobe Prozess sieht so aus
1. Tausende Inspirationen (= Ideenschnipsel) zusammentragen (und zwar mit Teams bestehend aus Insidern, Outsidern und Experten)
2. Ideenschnipsel bewerten
3. So lange verdichten und kombinieren, bis am Ende 5-10 Alternativen zur Auswahl stehen, die alle die Kriterien erfüllen

Die Referenzen können sich sehen lassen: Coca-Cola, DuPont, General Motors, GreenPeace, Microsoft, Unilever, WWF etc. Auch die Press-Coverage ist ganz ordentlich (u.a. TIME Magazine). Unterdessen ist das 1989 gegründete Unternehmen ein Millionen-Business geworden, welches man sicher noch stärker skalieren könnte.

Warum ich Euch das erzähle?
Die Idee ist genial und die industrielle Ideenproduktion funktioniert ausgesprochen gut. Ich habe das Buch der Gründerin gelesen und seither begleitet mich Brainstore bei jedem Ideenprojekt im Unternehmen. Durch Brainstore habe ich gelernt, dass man auf gute Ideen nicht warten muss, sondern dass man sie erzwingen kann (mit dem entsprechenden Aufwand). Ich habe den Brainstore-Prozess bereits bei zwei Namensgebungen von Projekten angewendet und bin mit dem Ergebnis (Ayom & Parlaris) sehr zufrieden.

Mehr Infos zu Brainstore gibts in der offiziellen Dokumentation.

In diesem Sinne wünsche ich gute Ideen und viel Spass bei der industriellen Ideenproduktion :-).

SpeedScript: Angriff auf Qwerty

August 13th, 2006 by Remo Uherek

Ich habe im Rahmen meiner Venturelab-Aktivitäten schon ein paar mal von SpeedScript gehört. Das Unternehmen existiert schon seit dem Jahr 2000 und beschäftigt sich mit effizienten Eingabemethoden bei mobilen Geräten. Ich habe gerade die Produktdemo (Startseite rechts oben) intensiv angesehen und bin vom Konzept begeistert. Es gibt auch eine Live-Demo als Video.

Von SpeedScript wird versprochen:

SpeedScript wurde dezidiert für portable Geräte konzipiert, Benutzer schreiben schneller als im Zehnfingersystem.

SpeedScriptOb ich damit wirklich 300+ Anschläge pro Minute auf einem PDA schaffe, bezweifle ich zwar. Doch ehrlich gesagt wär ich schon mit einer Verdoppelung der Eingabegeschwindigkeit bei meinem Palm zufrieden. Derzeit werden jedoch erst Windows-Geräte unterstützt. Palm und Symbian sollen noch dieses Jahr folgen.

Die Methode ist patentiert und die Software wird für knapp 10 EUR verkauft. Doch so richtig durchsetzen wird sich das System wohl erst, wenn es werksmässig ausgeliefert wird (erste Kooperationen mit Swisscom laufen schon).

Das Unternehmen wurde 2005 mit dem CTI Start-up Label ausgezeichnet und zählt in der Liste von Red Herring zu den “Top 100 European Companies” (mehr Infos).

Fazit von Chuchichäschtli: Sehr cool!

Klassenfreunde.ch mit 250’000 Mitgliedern

August 12th, 2006 by Remo Uherek

In Kürze durchbricht der am 6. Februar 2006 gestartete Service Klassenfreunde.ch die Zahl von 250’000 Mitgliedern (aktuell sinds 248’122). Ein beachtliches Wachstum in nur 6 Monaten. Trotzdem scheint sich die virale Marketingkraft ein wenig abzuschwächen, denn in den ersten drei Monaten von Februar bis Mai haben sich 200’000 Mitglieder angemeldet, in den letzten drei Monaten von Mai bis August jedoch "nur" 50’000. Auch der Traffic scheint gemäss Alexa ziemlich rückläufig zu sein (im Vergleich zu StudiVZ erscheint dies noch deutlicher). Es stellen sich berechtigte Fragen wie:

  • Wie kann man Mund-zu-Mund-Propaganda über längere Zeit aufrecht erhalten?
  • Wie kann man angemeldete Nutzer regelmässig reaktivieren?

Das Geschäftsmodell von Klassenfreunde.ch scheint plausibel. Man setzt auf Basic/Premium (à la OpenBC) und auf Werbevermarktung. Mir stellt sich die Frage, ob sich beide Geschäftsmodelle überhaupt vertragen. Wäre ich zahlender Kunde, würden mir die blinkenden Banner ziemlich auf die Nerven gehen. Oder hab ich irgendwo die Passage überlesen, dass die Website für zahlende Kunden werbefrei ist? Auch scheint mir die Zielsetzung ein wenig gar konservativ (zumal ja jetzt schon die 250’000 durchbrochen werden):

In drei Jahren möchten wir die Community auf klassenfreunde.ch auf 700’000 Mitglieder ausbauen. (Quelle)

Ziele sind ja schön und gut, aber warum gerade 700’000? Allein in der Schweiz haben wir 4 Millionen Internetnutzer, wovon die meisten vermutlich mindestens die Primarschule absolviert haben. Es scheint auch Expansionspläne zu geben, wie man im neusten Newsletter nachlesen kann:

klassenfreunde.at geht nächste Woche online

Ich bin gespannt, wie es mit diesem Service weitergeht.

Chuchichaeschtli.com war schon mal ein Blog

August 12th, 2006 by Remo Uherek

Irgendwie scheine ich ein Händchen für bereits benutzte und wieder freigewordene Domains zu haben. Nach webmasterforum.ch, ayom.com ist nun tatsächlich auch chuchichaeschtli.com eine bereits benutzte Domain, ohne dass ich beim Registrieren davon Kenntnis gehabt habe (alle Links führen auf Archive.org).

Wie anthrazit im 2005 berichtete:

Chuchischäschtli
Stefan Züsli schreibt unter Chu-
chichaeschtli.com unter anderem
über die Schweiz

START Summit 2006 Webstream

August 12th, 2006 by Remo Uherek

Neben Venturelab fördert auch START in der Schweiz Unternehmertum im grösseren Stil. Am 19. Juli 2006 fand die Summit 2006 Veranstaltung statt, u.a. mit Referenten wie Lars Hinrichs von openBC und Peter Schüpbach.

Die gesamte Veranstaltung ist seit Kurzem via Webstream online.

(via zimtBlog)

Update:
Learnings aus Spirit speech von Bert Twaalfhooven:
- There is no substitute for hard work
- It’s not what you know, but who you know
- Sein grösster Erfolgsfaktor war sein Netzwerk bestehend aus Harvard-Alumni
- Man sollte nicht sofort mit 22 Jahren Unternehmer werden, sondern ein paar Jahre irgendwo seine Hörner abstossen
- Es ist von Vorteil, wenn man weiss, was man nicht weiss (damit man die Leute einstellt, die wissen, was man nicht weiss)
- Studenten von Top-Unis sind gute Werkzeuge für Konkurrenz-Analysen (und auch gute potentielle Mitarbeiter)
- Man muss seinen Markt kennen (und zwar richtig gut)
- Von seinen 45 Start-ups erwiesen sich 18 als Fehlschläge (total $55 Mio Verlust)
- Man muss auf kulturelle Dinge achten, wenn man global tätig ist. Man sollte wenn möglich lokale Leute einstellen

Learnings aus Spirit Speech von Mark Korzilius:
- Nicht nur eigenes Geld investieren, sondern immer auch schauen, ob andere Leute bereit sind, in die Idee Geld zu investieren (sonst läuft man Gefahr, auf die Schnauze zu fallen)
- Scheitern gehört zu Unternehmertum dazu
- Wissen ist kein Garant für Erfolg. Manchmal reicht gesunde Intuition völlig
- Note to myself: Chipkarten in Gastronomie = saugute Idee

Learnings aus Impulsreferat von Dr. Martin Hüfner:
- Winston Churchill (1946): “Europe should be as free and happy as Switzerland”

Learnings aus Spirit Speech von Bill Liao (Mitgründer von openBC):
- Er hat bereits 10 Unternehmen gegründet, wovon sich 3 als Misserfolge erwiesen haben
- Share your goals (be open, articulate and positive)
- The most important part of entrepreneurship isn’t inspiration, isn’t goals, it’s just doing it
- Just get stuff out on the market, as fast as you can. Then wait for feedback and implement it. SPEED is most important
- Don’t start a company alone. Teams are smarter than individuals.

Learnings von Spirit Speech von Rolf Dobelli (Gründer von getAbstract):
- Dobelli ist ein grosser Skeptiker von Erfolgsstories und Erfolgsregeln. Die Welt ist zu komplex um sie in einfachen Regeln zu beschreiben
- Er hat in 4 Jahren HSG praktisch nichts gelernt
- Man wird als Angestellter nicht reich und man hat immer einen Chef (und das hat er gehasst)
- Es gibt fast keinen einfacheren Weg als Geld zu verdienen als Unternehmer
- Der Grund, warum es trotzdem recht wenig Unternehmer gibt, sind die hohen Opportunitätskosten (=normale Karriere)
- Ein Businessplan ist ein Verkaufswerkzeug, und zwar ein Werkzeug um Investoren zu überzeugen
- Es ist wichtig, bei Finanzierungen die Mehrheit nicht abzugeben (getAbstract hat 7 Mio CHF Venture Capital bekommen und hat nun fast wieder 100% zurückgekauft)
- Mittlerweile nutzen 3.5 Mio Menschen getAbstract (und zwar kostenpflichtig)
- Glück hat eine sehr grosse Rolle gespielt
- Als Start-up ist man immer zuerst ein Nobody (6 Monate bis 2 Jahre lang)
- Berater sind keine Unternehmer :-). Unternehmer produzieren im Optimalfall ein Produkt, das skalierbar ist.
- Sein beruflicher Sinn besteht darin ein Produkt zu bauen, das von vielen Menschen benutzt wird und zu einem Teil der Welt wird
- Man sollte sich vor dem 35. Lebensjahr selbständig machen
- Man braucht kein HSG-Studium, um Unternehmer zu werden (im Gegenteil). Es ist alles common sense. Man muss gut verkaufen können
- getAbstract hat 50-60 Vollzeit-Mitarbeiter (heruntergerechnet)
- Copyrights sind wunderbare Eintrittsbarrieren
- Fazit: Top speech

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